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Die Meißner Fummel
Die Meißner Fummel ist ein Feingebäck. Es handelt sich dabei um einen mehr oder weniger runden "Ballon" oder Hohlkörper aus sehr dünnem Teig, der, wenn er gebacken wurde, äusserst spröde und daher fragil ist. Meißner Fummeln haben eigentlich keinen besonderen Geschmack und aufgrund der nur hauchdünnen Teigschale, die nur Luft umschliesst, auch keinen nennenswerten Nährwert.

Der Sinn dieses Gebäcks erschliesst sich erst aus seiner mutmasslichen Entstehungsgeschichte:
Die Post aus Meißen kam zur Zeit des Kurfürsten von Sachsen recht oft lädiert in Dresden an. Warum dies so war, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar, aber man vermutete, dass der Postreiter allzu reichlich dem Meißner Wein zusprach, wenn er nach Meißen geritten war, und so auf dem Rückritt nach Dresden im Rausch vom Pferde fiel oder sonst mit der Posttasche so unachtsam umging, dass die Post beschädigt wurde. Da man ihm dieses Fehlverhalten aber nicht nachweisen konnte, beauftragte der Kurfürst von Sachsen die Meißner Bäcker, ein Gebäck zu erfinden, das so fragil sein sollte, dass es bei geringsten Erschütterungen zerbreche. Dies sollte der Reiter in Meißen unversehrt in Empfang nehmen. Wenn er es ebenso heil in Dresden anbrächte, so wurde dem Reiter angekündigt, wäre er über jeden Verdacht erhaben. Das war natürlich nicht der Fall, die Meißner Bäcker konnten mit ihrem Gebäck den Postillion überführen.
Heute ist es Brauch, bei der Rückkehr aus der Stadt Meißen eine Meißner Fummel mitzubringen, und diese möglichst so zu transportieren, dass sie heil ihr Ziel erreicht. Kommt sie unversehrt an, so soll das Glück bringen.

Der Meißner Gänsejunge
Ein Junge, der eigentlich seine Gänse hüten sollte, wollte unbedingt den festlichen Einzug des Kurfürsten in die Stadt sehen. Da er seine Gänse nirgendwo einsperren oder anbinden konnte, steckte er sie einfach mit dem Hals durch seinen Gürtel und lief zur Straße, um den Vorbeizug zu sehen. Als der Kurfürst mit seinem Tross in der Ferne verschwunden war und die Zuschauer sich allmählich verliefen, erntete er das Gelächter der Umstehenden, als er erschrocken feststellte, dass seine Gänse am Gürtel erstickt waren. Er erhielt daraufhin den Namen “Der dumme Junge von Meißen” oder “Der Gänsejunge von Meißen”. Als dem Kurfürsten die Geschichte zu Ohren kam, holte er ihn als Spaßmacher und Narren an seinen Hof. An einem Meißner Haus befindet sich noch heute die Zeichnung von P. Sperber, die an die Sage vom Gänsejungen erinnern soll. Tatsächlich hat sich die Geschichte aber vermutlich in Ranstädt zugetragen.

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